Kurzvorträge und Konzert

im Rahmen der Frankfurter Positionen 2019

Kurzvorträge von 19-24 Uhr. Die Ausstellungsräume des MUSEUMMMK sind geöffnet; die Frankfurter Positionen 2019 präsentieren im ZOLLAMTMMK die Ausstellung "Pectus Excavatum" von Bunny Rogers. Mitglieder des Ensemble Modern spielen zwei Werke von Morton Feldman.

Michael Butter: Werden Verschwörungstheorien immer populärer?
Petra Gehring: Was ist parrhesía?
Katharina Hoppe: Wider eine Wahrheit ohne Verzweiflung: Feministische Perspektiven auf »alternativlose Fakten«
Oliver Marchart: Kritik und Klarheit. Zur politischen Kraft des Klarsprechens
Martin Saar: Heterogene Demokratie
Christiane Schnell: Wachhund, Kompass, Lügenpresse? Zur Theorie und Praxis des professionellen Journalismus
Martin Seel: Einladung zum unbotmäßigen Denken
Jasmin Siri und Paula-Irene Villa: All gender is dreck! Über die Politisierung wissenschaftlicher Expertise im digitalen Zeitalter
Felix Trautmann: Schwach geworden. Politische Verführung und das Versprechen der Demokratie

Die alte Frage nach dem Verhältnis von Wahrheit und Politik ist mit großer Dringlichkeit in die Selbstvergewisserungsdiskurse unserer Gesellschaft zurückgekehrt. Die Unverhohlenheit, mit der seit einiger Zeit aus wahrheitswidrigen Behauptungen politisches Kapital geschlagen wird, geht einher mit anderen Entwicklungen, die Warnungen und Ängste schüren: mit einer Spaltung der Gesellschaft durch Reideologisierung und rücksichtslose Identitätspolitik, einer ungehinderten Verbreitung von Verschwörungsszenarien in den sozialen Medien, dem Erfolg populistischer Narrative, einer entfesselten Rede von Lügenpresse und korruptem politischem Establishment, einer Verrohung der politischen Sprache und kommunikativer Verwahrlosung, mit Versuchen, Meinungen, Presse und Künste in ihrer Freiheit einzuschränken. Haben wir es gegenwärtig mit einer Krise der Wahrheit zu tun? Oder verweist die Analyse des Phänomens von Falschmeldungen und systematischer Fehlinformation eher auf die lange Geschichte einer höchst spannungsreichen Beziehung zwischen Medien, Politik und Wissenschaft, die im Kontext medialer Umwälzungen neue Wendungen nimmt? Und die heftigen Affekte, mit denen sowohl „Fake News“ in die Öffentlichkeit getragen als auch widerstreitende Meinungen als „Fake News“ denunziert werden, sind sie nicht vor allem Ausdruck einer gegenseitigen Verfeindlichung von politischen Weltsichten, zwischen denen es kaum noch Berührungspunkte gibt?

Eintritt frei (durchgehender Einlass; Restaurant geöffnet)

1. Februar 2019, 19:00 Uhr

MUSEUMMMK

Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main