Subodh Gupta, This is not a Fountain, 2011-13, Courtesy the Artist and Galleria Continua, Foto: Axel Schneider. Bildbeschreibung: Vor einer weißen Wand sind verschiedene leicht gerostete Metallgegenstände angehäuft. Die Gegenstände bestehen aus Töpfen, Kannen und ähnlichen Behältnissen des alltäglichen Bedarfs. Zwischen den Gegenständen ragen sieben Wasserhähne hervor, aus denen ein Wasserstrahl läuft.

Subodh Gupta

Everything is Inside

Raumgreifende Installationen aus Edelstahlgeschirr, Früchte aus Bronze und goldene Fahrräder zeigt der indische Künstler Subodh Gupta (*1964) in seiner bislang umfassendsten Ausstellung in Europa „Everything is Inside“.

Für seine Installationen verwendet er profane Alltagsgegenstände, die schichtenübergreifend die Lebenswirklichkeit der Stadt- und Landbevölkerung Indiens miteinander verbinden. Kulturell festgeschriebene Bedeutungszuschreibungen stellt Gupta auf den Kopf und stellt grundlegende Wertesysteme in Frage.

In seinen Arbeiten spiegelt sich eine zeitgenössische Idee von Indien wider: eine Gesellschaft, für die traditionelle Wertvorstellungen, Spiritualität und der religiöse Glaube genauso bedeutend sind, wie ein konsequenter Modernisierungswille und die damit verbundenen Transformationsprozesse in jeglichen Lebensbereichen.

Zentrale Themen, die sich auch in seinen performativen Werken wiederfinden, sind dabei Kochen und Essen: Mehrfach wurden im Ausstellungsraum für die Besucher ein Essen zubereitet, das traditionell samstags in Indien gekocht wird, um damit Shani – den mächtigsten Planetengott und gefürchteten Herrn des Karmas – zu besänftigen.

Subodh Gupta (*1964) lebt und arbeitet in Neu-Delhi. Er studierte zwischen 1983 und 1988 Malerei am College of Art in Patna, arbeitet jedoch vorwiegend in den Medien Skulptur, Fotografie, Installation, Video und Performance. Am bekanntesten sind Guptas raumgreifende skulpturale Arbeiten, die aus Alltagsgegenständen bestehen oder in denen er auf diese Bezug nimmt: Edelstahlgeschirr, wie es in Indien alltägliche Verwendung findet, Pfannen, Melkeimer, Fahrräder und Einkaufswagen dienen ihm als Materialien und „Bausteine”, mit denen er Megastrukturen mit einprägsamer Semantik schafft.

In seinen Arbeiten gibt es immer wieder Bezüge zu sozioökonomischen Entwicklungen seines Heimatlandes Indien und zu Entwicklungen der globalen Wirtschaft, aber auch episodische Referenzen zu seiner eigenen Biografie.

Gefördert von

Ausstellung

12. September 2014 — 1. Februar 2015

MUSEUMMMK

Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main

mmk@stadt-frankfurt.de
+49 69 212 30447